Erst verstehen. Dann investieren.
Warum Daten zu den wichtigsten Ressourcen im Gebäudebestand werden.
Text: Daniel Senn, Leiter Marketing & RetroFIT+, BELIMO Automation AG
Foto: BELIMO Automation AG
Die Schweiz diskutiert ihre Zukunft entlang grosser Themen wie Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Automatisierung und Fachkräftemangel. All diese Themen sind wichtig. Doch eine der grössten Chancen für den Wirtschafts- und Industriestandort Schweiz wird häufig übersehen: Der Gebäudebestand.
Rund 80 Prozent der Gebäude, die wir im Jahr 2050 nutzen werden, stehen bereits heute. Damit entscheidet sich ein wesentlicher Teil der Energie- und Klimazukunft nicht im Neubau, sondern im Bestand. Wer über Dekarbonisierung, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stärke spricht, kommt an bestehenden Gebäuden nicht vorbei.
Energieeffizienz ist dabei längst kein reines Nachhaltigkeitsthema mehr. Steigende Betriebskosten, ESG-Anforderungen und Dekarbonisierungsziele machen sie zu einem wirtschaftlichen Erfolgsfaktor. Für institutionelle Eigentümer rücken Energieeffizienz, Werterhalt und Risikomanagement zunehmend zusammen. Immobilien mit hohem Energieverbrauch und fehlender Transparenz geraten unter Druck. Gefragt sind Investitionen, die gleichzeitig wirtschaftlich und energetisch Wirkung entfalten.
In der Praxis zeigt sich jedoch häufig ein anderes Bild. Viele Bestandsgebäude verfügen nicht über die erforderliche Transparenz, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Messpunkte fehlen, Betriebsdaten sind unvollständig und technische Systeme wurden für Rahmenbedingungen ausgelegt, die längst nicht mehr der Realität entsprechen. Die Folge sind unnötige Sicherheitsreserven, ineffiziente Betriebsweisen und verborgenes Optimierungspotenzial.
Genau hier setzt RetroFIT+ an. Der Ansatz basiert auf einer einfachen Erkenntnis: Bevor investiert wird, muss verstanden werden. Erst wenn reale Betriebsdaten vorliegen, lassen sich Potenziale objektiv bewerten und Investitionen priorisieren. Transparenz schafft die Grundlage für bessere Entscheidungen.
Besonders deutlich wird dies beim Ersatz von Wärmeerzeugern. Eine Studie des Bundesamts für Energie zeigt, dass durch die vorgängige Optimierung von Heizgruppen und hydraulischen Verhältnissen die erforderliche Leistung zukünftiger Wärmeerzeuger je nach Objekt um rund 12 bis 30 Prozent reduziert werden konnte. Gleichzeitig ergaben sich erhebliche Investitionseinsparungen. In einem untersuchten Areal lagen die Investitionskosten einer Wärmepumpenlösung sogar rund 50 Prozent tiefer als bei einer klassischen Auslegung.
Die Erkenntnis daraus ist grundlegend: Der grösste Hebel liegt oft nicht im Ersatz bestehender Systeme, sondern in deren vorgängiger Optimierung. Wer den tatsächlichen Bedarf eines Gebäudes kennt, investiert gezielter, reduziert Risiken und verbessert die Wirtschaftlichkeit.
Die Energiewende beginnt nicht mit maximalem Kapitaleinsatz, sondern mit Klarheit. Nicht mit dem Neubau, sondern mit dem intelligenten Umgang mit dem, was bereits vorhanden ist. Die wirtschaftliche Zukunft der Schweiz wird deshalb nicht nur durch Innovation geprägt, sondern durch die Fähigkeit, aus bestehenden Gebäuden mehr zu machen.
Impressum
Text: Daniel Senn, Leiter Marketing & RetroFIT+, BELIMO Automation AG
Foto: BELIMO Automation AG
Informationen
https://www.belimo.com/ch/de_CH/products/retrofit-plus- Dekarbonisierung
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