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«Von mir werden fundierte Antworten erwartet»

 

Arbër Sadiku: «In spezifischen FWS-Kursen lernt man Dinge vertieft kennen, die über den vermittelten Stoff in der Berufslehre weit hinausgehen.»

Arbër Sadiku befolgte den Rat seines Cousins: Er ist heute sowohl gelernter Heizungsinstallateur als auch Gebäudetechnik-Planer Heizung. Damit nicht genug: Er bildet sich ständig weiter, zuletzt zum Thema Geothermie.


Text: Manuel Fischer, Fotos: Dominik Plüss


Kannst du uns etwas über deinen Weg in die Gebäudetechnik erzählen? Wie kam es zu deiner Berufswahl?

Arbër Sadiku: Nach dem 9. Schuljahr war ich einer der «Spezialisten», der keine Lehrstelle gefunden hatte. Also hängte ich ein 10. Schuljahr an, quasi eine Schwimmrunde. Damals empfahl mir mein älterer Cousin, der bereits als Sanitär tätig war: «Ich empfehle dir von Herzen: Gehe in die Gebäudetechnik, strebe den Heizungsplaner an, mache aber zuerst die Lehre als Heizungsinstallateur. Wenn du die beiden Titel im Sack hast, bist du ein gefragter Mann.»

Offensichtlich hast du diesen Rat befolgt.

Genau. Ich habe die meiste Zeit der Berufslehre als Installateur bei einem grossen Haustechnik-Unternehmen in der Stadt Basel verbracht, dann noch ein Jahr auf einem Betrieb in Baselland bis zu meinem Lehrabschluss gearbeitet. Das war eine ganz andere Welt dort.

Inwiefern?

In Basel ging es um grosse Industriebaustellen von Roche oder Novartis, die sich über Monate hinwegzogen. Auf dem Land war es ein komplett anderes Arbeitsumfeld. Ölkessel waren bis dahin für mich nur ein Thema in der Berufsschule. Plötzlich ging es darum, in wenigen Tagen Ölheizungen aus Einfamilienhäusern zu demontieren und mit Wärmepumpen zu ersetzen. Und schon ging es wieder zur nächsten Baustelle.

Dann ging es aber weiter.

Richtig. Ich hatte nicht den Plan, auf der Montage zu bleiben. Eine weiterführende Lehre begann ich in Basel bei einem bekannten Planungsbüro als Gebäudetechnik-Planer Fachrichtung Heizung. Das waren zwei zusätzliche Lehrjahre, die ich in guter Erinnerung habe. Nach einem halben Jahr Weiterarbeiten, der Rekrutenschule und verlängerten Sommerferien meldete ich mich bei der regionalen Arbeitsvermittlung (RAV). Unmittelbar nach dem ersten Beratungstermin klingelte bei mir das Telefon; Anrufe von überall her! Schliesslich kam ich zu einem Unternehmen, das auf Industriewärmetechnik spezialisiert war. Da ging es u.a. um Dampfkessel und -Leitungen für die Lebensmittelbranche. Dort habe ich viel gelernt. Aber Arbeiten allein war mir zu wenig reizvoll (lacht). Deswegen hatte ich mich für die Höhere Fachschule (HF) angemeldet.

Du bist ambitiös. Hast Du den HF-Titel schon im Sack?

Der Schulbetrieb ist hinter mir. Ich warte noch auf die Resultate, die im November veröffentlicht werden. Stand heute arbeite ich an meiner Diplomarbeit.

Was ist das Thema der Diplomarbeit?

Wir – d.h. ich und meine Kollegen – wollen ein Tool entwickeln, welches Kunden optimal berät, wie sie eine eingebaute Wärmepumpe und die installierte Photovoltaik perfekt zusammenspielen können, damit sich beide Investitionen lohnen. Viele Fragen spielen hier hinein: Soll ich mit dem überschüssigen PV-Strom das Warmwasser erzeugen? Brauche ich einen Stromspeicher? Kurzum, es gibt bei diesem Schnittstellenthema wenig Grundlagenmaterial. Man muss Experten fragen, die sich bereits auskennen.

Du belegst aktuell auch ein Weiterbildungsmodul bei der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS).

Mein jetziger Arbeitgeber suchte einen Planungsfachmann, der Wärmepumpen auslegen kann. Klar, kann ich: Heizlast berechnen, Pufferspeicher integrieren und die Wärmeabgabe ans Heizungssystem via Kältemittel-Verflüssiger richtig berechnen. Aber die Realität am echten Objekt ist häufig ganz anders, als was der Schulstoff hergibt. Da geht es um den baulichen Zustand und bestehende Leitungen, die berücksichtigt werden müssen. Ich habe mich bei einem Kollegen erkundigt, was die Kurse bei FWS fachlich bringen. Auch mein Chef motivierte mich, Ausbildungs-Module zu besuchen, weil damit die Chance bestand, mich zum FWS-Fachpartner zertifizieren zu lassen – ein Gewinn für mich, ein Gewinn für die Firma.

Im Hinblick auf den Fachpartner musst du verschiedene Module besuchen, nicht wahr?

Ich kann etwas erzählen zum Modul 6 – Planen und Dimensionieren von Erdsonden. Zu Beginn des Kurses war ich der Meinung, dass ich nicht viel, aber Grundsätzliches, weiss zum Thema.

Im Kurs lernte ich dann Vieles, wovon ich noch nie gehört hatte, so beispielsweise Begriffe aus der Geologie wie Muschelkalk. Unser sehr erfahrene Kursleiter Ernst Rohner erzählte Vieles aus der Historie heraus, was man in der Vergangenheit so alles falsch gemacht hatte. Das flösst einem Respekt ein, da man in der Berufslehre nicht allzu viele Berührungspunkte damit hatte.

Da geht es wohl auch um Fragen der Haftung läuft.

Genau. Wer ist schuld, wenn etwas schief läuft? Da haben wir vieles gehört, von Bohrfirmen, die 100 Meter statt die versprochenen 200 Metern bohren, von falschen oder fehlenden Füllmitteln bis hin zu illegalem Deponieren von gebohrtem Erdmaterial im Wald.

Auch vom Bohren ins Grundstück des Nachbarn hinein; ein Bundesgerichtsentscheid stehe noch aus zu diesem Thema.

Analyse und Simulation sind wohl wichtige Vorbereitungsschritte. Gibt es gute Simulationstools?

Ernst Rohner entwickelte selbst eines, GeowattCore. Wir arbeiteten bei Übungen zur Auslegung damit, es funktioniert sehr gut, auch wenn die Website spartanisch aussieht.

Wenn du für Erdwärmesonden werben müsstest, was wären die Argumente?

Es hat viele Vorteile. Das Verhältnis von erzeugter Heizleistung im Verhältnis von eingesetzter elektrischer Leistung, also der COP, ist unschlagbar. Und natürlich kann man damit kühlen; ein Aspekt, worauf wir nicht sehr tief eingegangen sind. Dennoch wird das immer wichtiger. Leute, die ich kenne, die bis vor kurzem meinten, nie eine Klimaanlage installieren zu wollen, sehen das heute anders. Der heisse Sommer 2026 hat alle Register gezogen. Dementsprechend kommen viele Anfragen zum Thema zu uns.

In der Rückschau: Wie hast du den Lehrinhalt zum FWS-Modul 6 empfunden? Theorielastig? Praxisorientiert? Gerade richtig?

Modul 6 würde ich unbedingt empfehlen, ein interessanter Exkurs, der über das reguläre Curriculum eines Heizungsplaners hinausgeht. Denn wenn ein Kunde zu mir kommt und alles wissen will von der Einbindung von Photovoltaik, fest installierten Elektroladestation bis hin zur Möglichkeit einer Erdsondenbohrung für eine Wärmepumpe, bin ich als Gebäudetechnikplaner erste Ansprechperson, die Auskunft geben muss und nicht der Bohrmeister, den ich für den Auftrag delegieren würde. Wir haben von jemandem, der wirklich einen grossen Erfahrungsschatz mitbringen konnte, sehr viel gelernt.

Arbers Erkenntnis: «Lernen heisst, das vermeintliche Wissen abzulegen und sich zu öffnen.»

Bildungsanbieter

Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz

Das non-formale Weiterbildungsangebot der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS) besteht aus mehreren konsekutiv zu besuchenden Modulen begrenzter Zeitdauer; in der Regel 8 Lektionen à 50 Minuten. Ausserdem können Kurse zu Spezialthemen in Zusammenarbeit mit anderen Instituten besucht werden, wie beispielsweise zur Energiespeicherung oder zur Anbindung von Geothermiesonden. Der Besuch von «Modul 6 – Planen und Dimensionieren von Erdwärmesonden» (sowie Module 2, 3, 4 und 5) ist verpflichtend für Teilnehmerinnen und Teilnehmer, welche die Prüfung zum «zertifizierten Fachpartner FWS» ablegen wollen.

Die Kursanmeldung erfolgt grundsätzlich online.

Weitere Detailinformationen unter:

https://www.fws.ch/fws-kursangebot/

 

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Text: Manuel Fischer, Fotos: Dominik Plüss

Bearbeitung durch: Redaktion Phase 5

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Veröffentlicht am: 08.10.2026

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