Der Wärmeverbund Birstal ist weit mehr als ein technisches Erfolgsmodell. Aus 25 bestehenden Heizungsanlagen und kleinen Wärmeverbünden entstand ein ambitioniertes Wärmenetz. Damit das Ganze funktioniert, vertrauten die Betreiber auf die Kompetenz von IMI Climate Control, welche für die hydraulische Stabilität im System sorgt.
Text & Fotos: IMI Hydronic Engineering Switzerland AG
In Arlesheim, am Stadtrand von Basel, hat ein einzigartiges Energieprojekt die Art und Weise verändert, wie eine ganze Region nachhaltig beheizt wird. In der Gemeinde an der Birs ist eine neue Wärmezentrale zum Herzstück eines völlig neu gedachten Wärmenetzes geworden.
Dieses Netz, der Wärmeverbund Birstal, vereint 25 bestehende Heizungsanlagen und Wärmeverbünde aus Reinach, Arlesheim und Münchenstein in einer modernisierten und zukunftsorientierten Struktur.
Ein Heizwerk, das auf lokale Wärme setzt
Ziel des Projekts ist es, konsequent auf erneuerbare Energien umzusteigen. In Zukunft nutzt die Energiezentrale industrielle Abwärme, ergänzt in Zeiten hoher Nachfrage durch Biomasse – hauptsächlich Altholz aus der Region –, um eine nachhaltige Wärmeproduktion sicherzustellen. Die installierte Gesamtleistung beträgt im Endausbau 40 MW, genug für den Wärmebedarf von rund 10 000 Familien, und macht diese Anlage zur leistungsstärksten Energiezentrale im Schweizer Portfolio von Primeo Energie.
Durch die Modernisierung liefert das Netz heute rund 80 % erneuerbare Energie, reduziert den CO₂‑Ausstoss deutlich und erfüllt die regionalen Anforderungen der Energiewende.
Die Hydraulik eines Giganten beherrschen
Hinter dieser Transformation verbarg sich eine technische Meisterleistung: die hydraulische Harmonisierung eines Netzes aus 25 vormals unabhängigen Systemen, jedes mit eigener Logik, eigenen Volumina und individuellen Druckniveaus.
Hinzu kam eine physische Herausforderung: die Integration von 26 Druckbehältern à 4 000 Liter in einen Raum mit stark begrenzter Fläche – ein komplexes Puzzle, das eine kompakte, robuste und hochpräzise Druckhaltelösung erforderte.
Die Antwort von IMI: Stabilität und Kompaktheit
Um diese bisher einmalige hydraulische Aufgabe zu lösen, entwickelte IMI Climate Control ein vollständiges, kompaktes System, das optimal auf die Bedingungen vor Ort abgestimmt ist. Wo Platzmangel und höchste Anforderungen an Zuverlässigkeit zusammentrafen, kombinierte IMI mehrere komplementäre Technologien, die gemeinsam die Leistungsfähigkeit des gesamten Netzes sicherstellen:
- Im Zentrum stehen Transfero TI‑ und Transfero TGI‑Druckhalteanlagen, die eine dynamische und präzise Druckregelung gewährleisten – unverzichtbar für ein zusammengeführtes Netz mit 25 früheren Teilverbünden. Durch ihre Redundanz bleibt der Betrieb selbst bei Lastschwankungen jederzeit gesichert.
- Zur Stabilisierung des Wasservolumens und zur Sicherstellung der Systemqualität setzte IMI einen Aquapresso AG‑Ausdehnungsbehälter ein. Ergänzt wird diese Anlage durch einen Vento VI, die für eine fortschrittliche, effiziente Vakuum‑ und Mikroblasen‑Abscheidung besorgt ist – ein essenzieller Beitrag zur Vermeidung von Luftproblemen im Netz.Die Reinheit des Heizungskreislaufs wird durch den Zeparo ZUM‑Abscheider in Kombination mit dem Ferro‑Cleaner gewährleistet. Diese Lösung entfernt zuverlässig Schlamm, Partikel und Magnetit – entscheidend für die Betriebssicherheit eines Netzwerks dieser Grösse.
- Für die operative Sicherheit installierte IMI zudem Statico SU‑Ausdehnungsgefässe sowie DG/F‑Sicherheitsventile, die das System in allen Betriebszuständen schützen – auch bei kurzfristigen Druckspitzen oder unvorhergesehenen Betriebszuständen.
Dank kompakter Bauweise, modularer Integration und der technischen Ergänzung der einzelnen Produkte konnte IMI Climate Control für den Wärmeverbund Birstal eine Lösung bieten, die robust, flexibel und auf langfristige Betriebssicherheit ausgelegt ist.
Das Ergebnis: ein stabilisiertes, leicht zu betreibendes Wärmenetz, das optimal auf die künftigen Energieanforderungen der Region vorbereitet ist.
Ein effizienteres und kostengünstigeres Netz
Die Zusammenführung der 25 Teilnetzwerke zu einem einzigen System hat eine effizientere Nutzung, weniger hydraulische Verluste und eine deutlich bessere thermische Leistung ermöglicht. Durch den Einsatz des lokalen und kostengünstigen Brennstoffs regionaler Holzbiomasse profitiert das Netz heute von höherer Energieunabhängigkeit und niedrigeren Betriebskosten.
Primeo Energie, die über 100 Millionen Franken in dieses bedeutende Regionalprojekt investiert, betont, dass diese Modernisierung ein entscheidender Schritt war, um der steigenden Nachfrage nach nachhaltigen und lokalen Wärmelösungen gerecht zu werden.
Impressum
Textquelle: IMI Climate Control & Primeo Holding AG
Bildquelle: IMI Climate Control & Primeo Holding AG
Bearbeitung durch: Redaktion Phase 5
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