Gebäudeklima Schweiz (GKS) mausert sich zu einer immer wichtigeren Stimme in der Gebäudetechnik-Branche; innert Jahresfrist sind 4 neue Mitglieder zugestossen. Mit dem Referat einer «SmartGridReady»-Vertreterin gab es auch Einblicke in die unmittelbare Energiezukunft.
Text: Manuel Fischer, Red. Bearbeitung: Phase5
Den Jahresrückblick an der 16. Generalversammlung machte GKS-Präsident René Schürmann: Nach dem Einbruch beim Absatz von Wärmeerzeugern 2024 gab es im Jahr darauf eine schwache Erholung, nicht nur bei den Wärmepumpen, sondern auch bei den auf Basis fossiler Brennstoffe funktionierenden Öl- und Gasbrennwertgeräten. Schürmann deutete dies als «last-order»-Effekt, da Gebäudeinhaber und -betreiber angesichts verschärfter kantonaler Energiegesetze sich nochmals für den 1:1-Ersatz von Öl- und Gasheizungen entschieden.
Aufgrund erster Quartalszahlen formuliert die GKS eine Prognose für das laufende Jahr, die natürlich mit Vorsicht zu geniessen ist: Danach sollten sich die Stückzahlen gegenüber Vorjahr 2025 wie folgt entwickeln (+8,4% Wärmepumpen; -27,4% Ölkessel, -18,2% Gaskessel, +8,4% Holzfeuerungen, +1,2 Komfortlüftungen).
Vernehmlassungen zu Kältemittel und Entsorgung
GKS-Geschäftsführer Marco von Wyl sprach über laufende Vernehmlassungen: Neue Regeln beschäftigen die Branche momentan intensiv. Prioritär zu nennen sind a) die ChemRRV, welche den Einsatz bisheriger (z.T. potenziell klimaschädlicher) Kältemittel sukzessive einschränkt: «Der Verordnungstext ist anspruchsvoll zu lesen» und die Vollzugshilfen für die kantonalen Ämter und die Branche sind noch nicht parat.
Etwas lange unter dem Radar war b) die so genannte GeVRG – die Verordnung über die Rückgabe, Rücknahme und die Entsorgung elektrischer und elektronischer Geräte. Darin sind Rücknahme-, Entsorgungs- und Dokumentationspflichten geregelt – gelten auch für Gebäudetechnik-Komponentenhersteller. Der Bund, so die Verlautbarung aus den Bundesämtern, will der Branche Zeit einräumen für eine Branchenlösung.
Weiterbildung, Fachaustausch
GKS ist auch Träger einer Weiterbildung. Hierbei geht es um die Qualifizierung des Servicepersonals bei den GKS-Mitgliedsfirmen. Nicht selten geht es um die Aneignung von Fachwissen für Quereinsteigende in die Branche. Immerhin durchliefen letzten Jahres 127 Berufsleute den Lehrgang (Grundlagen- und Vertiefungsmodul zusammengenommen), davon 55 im Bereich Wärmepumpen, 67 im Bereich Öl/Gas, 5 im Bereich Holz. Weiterbildung gibt es auch im informellen Bereich und zwar in der Form von Erfahrungsaustausch in Fachgruppen; inzwischen gibt es deren sechs – jüngeren Datums ist diejenige zu den Übergabestationen. Schliesslich gibt es noch die Normenkommission, präsidiert von Barbara Guder von der Schweizerischen Normenvereinigung (SNV).
Zum Thema «Kooperation mit Partnerverbänden» gab es Erfreuliches zu berichten: Aufgegleiste interaktive Formate tragen erste Früchte, z.B. mit der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz (FWS).
Beim Tätigkeitsprogramm für 2026 sei vor allem ein Aspekt herausgegriffen: Bei einer Befragung durch den Messeveranstalter MCH Group stellte sich heraus, dass eine Mehrzahl der befragten GKS-Mitglieder ihr Interesse an der «Auferstehung» der HILSA als Messe vorstellen könnten; quasi ein vorsichtiges Ja ohne Verpflichtung.
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Maike Schubert vom Verein «SmartGridReady» hielt das Gastreferat zur Nutzung von dezentralen Flexibilitäten im Stromnetz: «Es gibt noch einige Hürden zu überwinden.» (Foto: Manuel Fischer)
Die neue «Stromwelt»
Abschliessend gab es ein Gastreferat von Maike Schubert zum Thema «SmartGridReady». Der gleichnamige Verein will die Nutzung von dezentralen Flexibilitäten im Stromnetz vereinfachen.
Da gibt es noch zahlreiche Herausforderungen: Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge führt zu höherer Gleichzeitigkeit und höherem Kapazitätsbedarf. Wärmepumpen provozieren an kalten Tagen teilweise bereits heute schon kritische Netzzustände. Ergo steigt die Variabilität von Preisen am Strommarkt. Zur «neuen Stromwelt» gehören starke Schwankungen auf Netzebene 7 (NE 7).
Intelligentes Energiemanagement mit der adäquaten Batterietechnologie in Kombination mit neuen lokalen Vertragsmodellen (wie LEG oder vZEV) ermöglichen ein so genanntes «peak shaving». Die Prognose: Auf NE 6 und 7 können dadurch jährlich rund 2 Mrd. Franken Netzkosten eingespart werden. Der nicht eingespeiste PV-Strom kann durch gezielte Steuerung von Speichern und Verbrauchern lokal genutzt werden.
Angepasste Förderpolitik des Bundes am Horizont
Zum Stichwort «Energiemanagement» ist zu sagen: Einige Energiemanagement-Systeme (EMS) besitzen noch nicht alle Funktionen und Schnittstellen, um alle stabilisierenden Funktionen wahrnehmen zu können. SmartGridReady arbeitet zusammen mit Partnern an harmonisierten Lösungen für die Kommunikation zwischen PV-Anlagen, Speichern, Verbrauchern und Stromnetz.
Was zwischen den Zeilen und in Einzelgesprächen zu erfahren war: Der Bund will seine Förderpolitik künftig mehr im Dienste der Flexibilität des Energiesystems Schweiz stellen. Das heisst: Alle Teilnehmenden, also auch Betreibende von Wärmepumpen, sollen sich nicht nur an der Optimierung ihres Geräts orientieren, sondern sich auch Teil eines durch elektrischen Strom versorgten Gesamtsystems begreifen und ihren Teil zur Versorgungssicherheit beitragen.
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Am Stehlunch geht es ums Fachsimpeln und anderes mehr. -
Im Anschluss an die offiziellen Teil starteten die Führungen durch das Innovationsgebäude NEST oder durch die Laborstationen der Empa. (Fotos: Thomas Bürgisser)
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Textquelle: Manuel Fischer
Bildquelle: Thomas Bürgisser, Manuel Fischer
Bearbeitung durch: Redaktion Phase 5
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