GNI-Jürg

Seit 2015 Mitglied des Vorstandes der GNI, Gebäude Netzwerk Initiative, verkörpert Jürg Rykart einen ungewöhnlichen Werdegang in der Gebäudetechnikbranche. An der Schnittstelle von Fachmedien, beruflichen Netzwerken und lokalem Engagement zeigt sein Parcours exemplarisch, welche entscheidende Rolle über Jahre aufgebaute Beziehungen spielen.


Text und Bilder: Pierre Schoeffel


Seine Laufbahn begann beim AZ Verlag, einem in Aarau ansässigen Verlagshaus mit einem breiten Portfolio an Zeitungen und Zeitschriften. Schon früh konzentrierte sich seine Tätigkeit auf die technischen Publikationen des Unternehmens. In der Gebäudetechnikbranche machte er sich rasch einen Namen, insbesondere durch sein Engagement in verschiedenen Fachverbänden. Dies führte dazu, dass er 2015 in den Vorstand der GNI berufen wurde – eine Aufgabe, die er als Kommunikationsberater im Verband übernahm.

Die Anfänge von Medienart

Im Jahr 2016 traf er eine wegweisende Entscheidung: den Schritt in die Selbstständigkeit. Zu diesem Zeitpunkt erwog er sogar, der Gebäudetechnikbranche und seinem Engagement innerhalb der GNI den Rücken zu kehren. Nach mehreren Jahren in der Fachverlagswelt wollte er neue Wege gehen. Dieser Schritt konkretisierte sich mit der Gründung des Verlagshauses Medienart gemeinsam mit seinem Kollegen Valentin Kälin.

Das unternehmerische Vorhaben gewann rasch an Dynamik: Die Gründung von Medienart stellte einen wichtigen Meilenstein dar, insbesondere mit der Übernahme der Zeitschrift Le Menu. In der Folge wurde das Portfolio kontinuierlich ausgebaut und umfasst heute sowohl Fachmedien als auch Publikationen für ein breiteres Publikum.

 

GNI-Jürg

 

Zurück in die Branche

Die ursprünglich angestrebte Abkehr erwies sich jedoch als nur von kurzer Dauer. Schon bald ergab sich eine neue Gelegenheit: Fachzeitschriften neu zu lancieren, gestützt auf die vorhandenen Kompetenzen und Kontakte. Diese Rückkehr war kein Zufall, sondern Ausdruck eines über Jahre aufgebauten, tragfähigen Netzwerks. «Es war das Netzwerk in der Gebäudetechnikbranche, das mir ermöglicht hat, wieder Fuss zu fassen», fasst er zusammen.

Diese Dynamik stützt sich sowohl auf die GNI als auch auf weitere berufliche Netzwerke, etwa im Umfeld von KNX Swiss, EIT.swiss oder Electrosuisse. Dieses Beziehungsgeflecht ermöglichte es ihm, gemeinsam mit verschiedenen Partnern mehrere Fachpublikationen zu lancieren und weiterzuentwickeln.

Entgegen allen Erwartungen erwies sich das Modell als tragfähig. In einer Zeit, in der Fachmedien regelmässig als Auslaufmodell bezeichnet werden, gelang es Medienart, sein Angebot zu festigen und auszubauen. Das Unternehmen wuchs, integrierte neue Titel und diversifizierte seine Aktivitäten.

Für Jürg Rykart beruht dieser Erfolg in hohem Masse auf der Nähe zur Branche: «Die Zusammenarbeit und der Austausch bleiben zentral.» Zum Portfolio von Medienart zählen neben Domotech auch eTrends, Phase 5 sowie jüngst die Technische Rundschau, wobei die drei letztgenannten Titel in der Deutschschweiz erscheinen.

Neue Herausforderung

Parallel zu seinen unternehmerischen Aktivitäten engagiert er sich auch auf kommunalpolitischer Ebene. Als Mitglied der Exekutive seiner Wohngemeinde Küttigen im Kanton Aargau ist er für Bereiche verantwortlich, die eng mit Infrastrukturen verbunden sind: Bau, Netze und Liegenschaften. Diese Funktion führt seine Verbindung zu technischen und territorialen Fragestellungen auf andere Weise fort.

Angesichts dieser erweiterten Verantwortlichkeiten entschied sich Jürg Rykart, aus dem Vorstand der GNI zurückzutreten, bleibt jedoch weiterhin im Umfeld der Organisation aktiv. Sein Ziel ist klar: die enge Verbindung zu einem Netzwerk aufrechtzuerhalten, das seinen Werdegang wesentlich geprägt hat, und gleichzeitig seinem erweiterten Aufgabenbereich Rechnung zu tragen.

Im Laufe der Jahre zeigt sein Werdegang eine Konstante: In einer sich wandelnden Branche bleibt die Stärke des Netzwerks ein entscheidender Faktor – um unternehmerische Initiativen voranzutreiben, sich neu zu positionieren und nachhaltig weiterzubauen.

 

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