Einwandfreies Trinkwasser – eine Selbstverständlichkeit? Natürlich nicht. Laut Uno-Weltwasserbericht sollen gut 2 Mrd. Menschen noch immer keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Verschiedene Medien berichteten über den Weltwassertag am 22. März unter ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Und Gemeinden veranstalten Aktivitäten – während dieses Tages oder für eine ganze Woche.
Text: Manuel Fischer
in Artikel in der «Finanz und Wirtschaft» spannte den ganz grossen Bogen von der weltweit immer grösser werdenden Wasserknappheit, dem mangelnden Zugang zu sauberem Trinkwasser, ebenso zur fehlenden Abwasserentsorgung, zur maroden Infrastruktur bis hin zu den zahlreichen Geschäftsmöglichkeiten, die sich mit der Recycling von benutztem Wasser, bei der Wasserversorgung generell und bei der Abwasserentsorgung bieten. Auch Schweizer Knowhow ist weltweit gefragt; so mischt Sulzer als Pumpenhersteller im internationalen Wassergeschäft mit. Oder Georg Fischer: Der Konzern verkauft korrosionsfreie, wartungsarme Kunststoffrohrleitungen, Ventile und Antriebe als Systemanbieter. Spezialisierte Fonds setzen auf die Performance von Aktien von Wassertechnikunternehmen.
Zunehmende Wasserknappheit
Kommentatoren und Leserbriefschreibende der Lokalpresse haben einen anderen Fokus. Jon Duschletta von der Engadiner Post erinnerte ans diesjährige Motto «Wasser und Geschlecht»: Noch immer besorgen Mädchen und Frauen in grossen Teilen der Welt das Wasser fürs Alltägliche, indem sie dieses in schweren Behältern über weite Strecken von der Quelle ins Haus tragen. Die dafür eingesetzte Zeit fehlt für die Bildung, Erwerbstätigkeit und gesellschaftliche Teilhabe.
Auch die Schweiz wird in Zukunft vor Wasserknappheit nicht gefeit sein. Darauf aufmerksam macht ein Schreiber auf dem Walliser Web-Nachrichtenportal «Pomona». Ein Walliser Nationalrat mahnte in einem Vorstoss, den zu erwartenden Rückgang der Wassermengen im Sommer um bis zur Hälfte vorausschauend entgegenzuwirken - und zwar mit einer Echtzeit-Überwachung der Wasserverteilnetze.
Regenwasser nutzen
René Rödiger vom St. Galler Tagblatt macht sich Gedanken zum Umgang mit Regenwasser in Siedlungen und lässt den Leiter der Entsorgung St. Gallen zitieren: «Regenwasser kann man als Ressource betrachten. Es ist ein Rohstoff, der nicht in eine Kanalisation gehört.» Allein in der Stadt St. Gallen fallen jährlich 24,6 Mio. Kubikmeter Regen und Schnee auf die bebaute Fläche. Das Volumen entspricht rund 10`000 olympischen Schwimmbecken. Die Stadt ist bestrebt, das Regenwasser dort zurückzuhalten, wo es anfällt. Die Stadtbehörden sind aufs Thema «Schwammstadt» sensibilisiert und haben bereits 2022 einen Schwammstadt-Fonds errichtet.
Blue Communities
Der von der Uno ins Leben gerufene Weltwassertag ist auch Anlass für manche Lokalpolitiker, in ihrer Gemeinde ein Zeichen zu setzen. So forderte ein Gemeinderat der Stadt Dietikon im Herbst 2020 in einem Postulat, dem internationalen Netzwerk «Blue Community» beizutreten. Deren Grundsätze sind u.a. der Zugang zu Wasser als Menschenrecht oder die Förderung von Leitungswasser als Trinkwasser. Für die Stadtbehörden von Dietikon eine Gelegenheit, ihre Einwohnerschaft für Wasserthemen zu sensibilisieren: Konkret bedeutete dies z.B. Führungen durch die Freibad- und Hallenbadtechnik, offenes Malatelier mit Wasserbildern, Vorträge in der kommunalen Bibliothek und Gottesdienste der reformierten Kirche, die sich dem lebensspendenden Nass widmeten.
Impressum
Textquelle: Div. Quellen aus der schweiz. Mediendatenbank (SMD)
Bildquelle: iStockphoto
Bearbeitung durch: Redaktion Phase 5
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Blue Community
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